Vom Schauaqarium zum lebenden Riff
Als der AquaDom 1999/2000 konzipiert wurde, war der Gedanke an ein freistehendes Schauaquarium mit 1 Mio. Liter Fassungsvermögen ausgesprochen verwegen. Viele Fachleute glaubten, dass ein Aquarium von 14 Metern Höhe, aber nur 3 Metern lichter Weite zwischen den Scheiben, nicht funktionieren würde.Nachdem der gläserne Tank dann aber doch seine erste Bewährungsprobe, das technische Funktionieren unter diesen absolut außrgewöhnlichen Bedingungen, gut bestanden hatte, war es an der Zeit, über einen zweiten Schritt nachzudenken:
Den Umbau des künstlichen Schauaquariums in ein lebendes tropisches Korallenriff mit Höhlen, Unterständen, Versteckmöglichkeiten, Schwärmen bunter algenfressender Fische, lebenden Korallen und Seeanemonen, Gorgonien, Muscheln, Krebsen, Seesternen und Seeigeln.

Mitte 2006 begann die Berliner Gesellschaft für Großquarien mbH mit den ersten Schritten zu dieser Weiterentwicklung des AquaDoms:

Inzwischen hat sich im Becken schon so viel eigenes Leben entwickelt, dass die algenfressenden Arten nur noch wenig zugefüttert bekommen - ihre Hauptnahrung finden sie inzwischen an den Säulen und auf den Steinkorallenbänken. Diese dienen darüber hinaus den nährstoffabbauenden Bakterien als Ansiedlungsfläche, so dass heute schon eine Reihe von Wasserreinigungsprozessen im AquaDom selbst stattfinden und die großn Filteranlagen im Keller nicht mehr alle Klärprozesse alleine bewältigen müssen.

Der nächste Schritt ist der Einbau großr höhlenartiger Strukturen und Unterstände, in denen kleine Fische, aber auch niedere Tiere wie zum Beispiel Schwämme und Seegurken sowie natürlich alle dämmerungs- und nachtaktiven Arten wie Muränen und Rochen Schutz und Unterschlupf finden.
Die Riffstrukturen aus glasfaserverstärktem Kunststoff werden von unseren Tauchern Stück für Stück nach unten gebracht, verschraubt und verkleidet. Diese mühevolle Arbeit zieht sich über viele Monate hin, da jedes Teil erst eingemessen, dann in der Werkstatt vorgefertigt, mindestens zwei- bis dreimal probeweise in das Becken eingebracht, wieder korrigiert, wieder eingebracht werden muß. Und das alles 14 Meter unter der Wasseroberfläche und über eine einzige Zugangsmöglichkeit, eine kleine Tür im Tauchergang auf 20 Meter Höhe.
