Nanobecken-Ausstellung zum Jahr des Riffs
Schutz der Riffe - zum Beispiel das Muaras-Atoll
Korallenriffe bedecken gerade einmal 1 % der Meeresoberfläche, beherbergen aber 25 % aller Fischarten, sind Kinderstube oder Jagdrevier vieler anderer Arten, einzige Heimat unzähliger Seevögel, Robben, Seelöwen und Schildkröten.Heute sind ein Fünftel der Korallenriffe unwiederbringlich zerstört, ein weiteres Viertel gilt als höchst bedroht. Und jedes Jahr schrumpft die verbleibende Fläche um 1 %, doppelt so schnell wie die Regenwälder.
Die Ursachen sind bekannt, Klimawandel und damit einhergehend Korallenbleiche und Versauerung der Ozeane, globale Prozesse, die vielen Menschen als nicht mehr umkehrbar erscheinen.
Aber das ist so nicht immer richtig:
Schaut man sich die Verteilung der Schadensbilder an, kann man erkennen, dass überwiegend die Rifflandschaften zerstört oder hochbedroht sind, in denen besonders viele menschliche Aktivitäten stattfinden überfischung, Sprengstoff- und Giftfischerei, Korallensteinabbau, Küstenbesiedlung, Abholzung der Mangrovenwälder, Anlage von Fisch- und Shrimpsfarmen.
In Weltgegenden ohne diese Störungen wie Polynesien oder Mikronesien haben die Korallenstöcke den globalen Bedrohungen weit besser widerstanden und die meisten sind zum Glück immer noch in einem guten Zustand.
Der Unterschied zwischen Regionen wie dem zentralen Pazifik und zum Beispiel dem Südchinesischen Meer besteht in erster Linie im unterschiedlichen Bevölkerungsdruck:
Ein Großteil der über 800 Millionen Menschen, die entlang der Küsten des Korallengürtels leben, konzentriert sich auf einige wenige Gebiete Südasien, Südostasien, Ostafrika, Karibik. Und dort ist auch der Zustand der Riffe am erbärmlichsten.
Aber es sind nicht in erster Linie Armut und Hunger, die die Meere zerstören, sondern meistens Dummheit und Gier.
über Jahrhunderte hat die Küstenbevölkerung in und aus dem Meer gelebt, hat Nahrung, Schutz und Einkommen dort gefunden. Die schwerwiegenden Störungen haben erst in den letzten Jahrzehnten begonnen, und sie kamen fast immer von außen:
Industrieller Fischfang durch Nationen, die ihre eigenen Meere bereits leergefischt haben, Dynamitfischer aus Gebieten, die schon kaputtgesprengt wurden, Plantagenbesitzer, die ihr Geld damit machen, möglichst viel Tropenwald abzuholzen und durch Monokulturen für den Rohstoffhunger der reichen Länder zu ersetzen.
Das lässt sich ändern:
Im Berau-Archipel vor dem indonesischen Teil Borneos schützt die Turtle-Foundation schon seit 2000 Sangalaki, eine der weltweit wichtigsten Brutinseln der Grünen Meeresschildkröte. Seit 2006 sind mit Mataha und Bilangbilangan zwei weitere Brutinseln im selben Archipel unter Schutz gestellt worden. Auf diesen Inseln schlüpfen seitdem jährlich wieder über eine halbe Million kleiner Schildkröten. Jetzt muss die Schildkrötenmafia auch von den letzten beiden noch nicht geschützten Nistinseln weichen, Belambangan und Sambit am südlichen Rande des Muara-Atolls. Und mit ihr die Sprengstoff- und Giftfischer aus den leergefischten Fischgründen der weiteren Umgebung, die Fabrikschiffe aus HongKong, die Schleppnetzfischer aus dem gesamten Südchinesischen Meer. Auf Belambangan wird eine Rangerstation errichtet, von der das ganze Muaras-Atoll regelmäßig durch Patrouillenboote kontrolliert werden kann. Muaras gehört mit seinen 288 km² Rifffläche zu den Gebieten mit der allerhöchsten Korallenvielfalt weltweit (alleine über 400 Hartkorallenarten). Diese Patrouillen, die von Mitarbeitern der Turtle-Foundation zusammen mit der indonesischen Naturschutzbehörde und Angehörigen der Polizei durchgeführt werden, schützen dabei nicht nur die Meeresschildkrötenpopulationen, sondern das gesamte Ökosystem Sprengstoff- und Giftfischer werden vertrieben, Hai-Finning (das qualvolle Abschneiden von Haifischflossen bei lebendigem Leib) unterbunden, andere illegale Fischereimethoden wie das Grundnetzfischen mit schweren Eisenplatten, welche die Riffstrukturen zertrümmern, zurückgedrängt, das Eindringen ausländischer Fabrikschiffe erschwert. Viele dieser Praktiken sind in Indonesien verboten, aber angesichts mangelnder finanzieller Möglichkeiten, des dünnen Netzes stattlicher Kontrollorgane und den oftmals auseinandergehenden Interessen von zentraler Staatsmacht und lokalen Behörden ist das Durchsetzen gesetzlicher Normen vor Ort immer wieder eine Herausforderung. Lokale Führer, deren Einfluss oft auf der skrupellosen Ausbeutung natürlicher Ressourcen beruht, haben vielerorts mehr zu sagen als die ferne Zentrale. Ein Zustand, der angesichts der Größe des Landes - fünfmal so groß wie Deutschland, größte Ost-West-Ausdehnung 5.100 km, größte Nord-Süd-Ausdehnung 1.900 km - nicht überraschend ist. Internationale Raubfischer nutzen diese Schwäche der Zentrale gerne und verstehen die Freiheit der Meere vor allem als Freiheit zur rücksichtslosen Ausbeutung. Aus diesem Grunde ist es auch heute noch notwendig, daß Hilfe von außen angeboten wird. Und deshalb unterstützt die BGG Berliner Gesellschaft für Großaquarien mbH das Projekt zum Schutz des Muaras-Atolls. Bitte helfen Sie uns, damit wir jeden Monat 1.500 Euro nach Belambangan schicken können. Damit finanzieren Sie regelmäßige Patrouillenfahrten von Naturschützern und Polizisten, die den Sprengstoff- und Giftfischern und der Schildkrötenmafia dort das Handwerk legen. Und sie schützen einen der artenreichsten und produktivsten Lebensräume weltweit.Besten Dank
Informationen über den Stand der Spendenaktion und die Ergebnisse der Arbeit im Muaras-Atoll erhalten Sie unterdomaquaree.de sowie unter
turtle-foundation.org
Spenden können selbstverständlich auch direkt auf das Konto der Turtle-Foundation geleistet werden:
Turtle-Foundation
Konto-Nummer 555 1 55 55
Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen
Bankleitzahl 700 543 06
Kennwort Muaras-Atoll
Die Turtle-Foundation ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Spenden können von der Steuer abgesetzt werden,